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Pressemitteilungen

07.11.2008

OÖ: Herz-Kreislauferkrankungen: Tendenz leicht steigend

Lebensstiländerung kann jeden Zweiten retten

PGA Schwerpunkte in oberösterreichischen Gemeinden

Anlässlich der Präsentation der bundesweiten Kampagne „Mein Herz und Ich. Gemeinsam gesund.“, die die nächsten beiden Jahre ganz in das Zeichen der Herz-Kreislaufgesundheit stellt, widmet sich der Fonds Gesundes Österreich (FGÖ), die nationale Kompetenzstelle für Gesundheitsförderung und Prävention, auch der Gesundheitslage der OberöstereicherInnen. Mit tatkräftiger Unterstützung von Gesundheitslandesrätin Dr. Silvia Stöger und gemeinsam mit dem PGA Verein für prophylaktische Gesundheitsarbeit – setzt der FGÖ ab sofort eine Reihe von konkreten Projekten im Land Oberösterreich um.

Faktum ist: Krankheiten des Herz-Kreislaufsystems sind österreichweit eines der dringendsten Probleme des Gesundheitswesens. Sie sind nicht nur Ursachen für eine lebenslange Beeinträchtigung der Betroffenen, sondern für 44 Prozent aller Sterbefälle in Österreich verantwortlich und damit Todesursache Nummer 1. In Zahlen starben 2007 knapp 33.000 ÖsterreicherInnen an Herz-Kreislauferkrankungen, gefolgt von bösartigen Krebserkrankungen (rund 19.000 Todesfälle).

Dabei lassen sich Herz-Kreislauferkrankungen relativ leicht verhindern: Der beste Schutz ist ein gesunder Lebensstil: Ausgewogen essen, sich regelmäßig bewegen, weniger Stress und so wenig wie möglich Alkohol und Rauchen. Würden die Menschen das beherzigen, könnte Experten zufolge mindestens die Hälfte der Herz-Kreislauferkrankungen vermieden werden.

Dieses Wissen ist Ausgangspunkt für eine Intensivierung der Gesundheitsförderung in Oberösterreich. Gemeinsam mit dem starken regionalen Partner PGA wird ab sofort durch maßgeschneiderte Programme Bewusstsein für die Herz-Kreislaufgesundheit geschaffen und die oberösterreichische Bevölkerung mit Handlungsanleitungen und Hilfestellungen dazu motiviert, etwas für ihr Herz zu tun.

Herz-Kreislauferkrankungen wieder im Steigen

Seit den 1990er Jahren ging – so wie bundesweit – auch in Oberösterreich die Herz-Kreislauf-Sterblichkeit deutlich zurück, was auch hauptverantwortlich für den allgemeinen Anstieg der Lebenserwartung war. So sank die altersbereinigte Mortalitätsrate zwischen 1999 und 2003 um 15 Prozent – bei Männern (20 Prozent) stärker als bei Frauen (11 Prozent). Bei den unter 65-Jährigen betrug der Rückgang sogar rund 30 Prozent.

Seit drei Jahren stagniert diese Entwicklung allerdings, zuletzt sogar wieder mit leicht steigender Tendenz. 2004 gab es mit 5.165 Herz-Kreislauf-Todesfällen die niedrigste Anzahl, bis 2007 stieg diese nun wieder auf 5.319 an. 2007 entfielen damit 44,2 Prozent der gesamten Todesfälle auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Vor zehn Jahren waren es noch 52,3 Prozent, 2004/2005 wurde mit 43,4 Prozent die  niedrigste Rate verzeichnet.

„Im Vergleich mit den anderen Bundesländern liegt Oberösterreich derzeit ziemlich im Durchschnitt. Innerhalb unseres Bundeslandes weist der Großraum Linz-Stadt, Linz-Land und Urfahr-Umgebung die geringste Mortalitätsrate auf, während in den Randbezirken Rohrbach, Steyr-Land und Gmunden eine überdurchschnittlich hohe Herz-Kreislauf-Sterblichkeit festgestellt werden muss“, erklärt Gesundheitslandesrätin Dr. Silvia Stöger.

„Oberösterreich hat sich bekanntlich auch bei seinen zehn vorrangigen Gesundheitszielen vorgenommen, bis zum Jahr 2010 die Anzahl der Sterbefälle infolge von Herz-Kreislauf-Erkrankungen um 20 Prozent gegenüber dem Jahr 2000 zu senken“, so Stöger weiter.

Die bundesweite Kampagne „Mein Herz und ich. Gemeinsam gesund.“ des Fonds Gesundes Österreich ergänzt daher sehr gut die in Oberösterreich gesetzten regionalen Aktivitäten und Aktionen zur Herz-Kreislauf-Vorsorge.

„Zudem wird in OÖ – im meinem Auftrag – derzeit ein Gesamtplan zur Optimierung der Früherkennung von Herzkrankheiten und der akuten Herzinfarktversorgung erarbeitet. Und in Zusammenarbeit mit der OÖGKK wurde ein Projekt zur Verbesserung der Schlaganfallprävention und -versorgung gestartet“, so Stöger abschließend.

Kleine Lebensstiländerungen mit großer Wirkung für die Gesundheit – ganz im Sinne der FGÖ-Initiative

Mit seinem Schwerpunktprogramm „Mein Herz und Ich. Gemeinsam gesund.“ setzt der FGÖ nachhaltige Maßnahmen zur Förderung der Herz-Kreislaufgesundheit. Das Ziel: Österreichweit Bewusstsein dafür zu schaffen, dass jeder sich mit kleinen Verhaltensänderungen nach kurzer Zeit besser, vitaler und gesünder fühlen kann.

„Zielgruppen wie Jugendliche und sozial Benachteiligte liegen mir sehr am Herzen: Sie sind über Inhalte und Informationen schwer zu erreichen. Bei ihnen ist eine nachhaltige Lebensstiländerung am ehesten über die Vermittlung von Spaß und Freude möglich“, weiß Mag. Christoph Hörhan.

„Deshalb zielt die Kampagne – einfach und anschaulich umgesetzt – darauf ab, Lust auf gesunde Ernährung zu machen, Freude an der Bewegung zu vermitteln und die positiven Effekte von seelischem Wohlbefinden zu zeigen“, erklärt Mag. Christoph Hörhan, Leiter des FGÖ. Auf der Plattform www.bummbumm.at finden registrierte Mitglieder zudem eine Reihe von Angeboten für ein aktives und gesundes Leben.

„Die begleitende Medienkampagne ist nur die sichtbare Spitze des Eisbergs. Die Dimensionen und die Vielschichtigkeit des Themas erfordern eine österreichweite Allianz engagierter Partner“, betont Mag. Hörhan und freut sich, dass Unternehmen, Vereine und Institutionen sich in den Dienst der gesunden Sache stellen.

Mit dabei sind unter anderem BILLA, Intersport, die österreichischen Bäckereien und Molkereien, sowie das Rauchertelefon und die regionalen Vereine im Arbeitskreis für Sozialmedizin.

Im Mittelpunkt der Kampagne stehen lokale Aktivitäten

Eines der Herzstücke der FGÖ-Initiative sind die regionalen Gesundheitsförderungs-Aktionen des AKS Austria mit ihren starken und schlagkräftigen regionalen Vereinsstrukturen, wie dem PGA in Oberösterreich.

„Unsere regionalen Partner kennen die besten Mittel und Wege, um die Menschen dort zu erreichen, wo sie lernen, arbeiten und leben. Das sich auch die Oberösterreichische Landesregierung in den Dienst der gesunden Sache stellt gibt der Gesundheitsbewegung noch zusätzliche Kraft“, freut sich Christoph Hörhan über die Zusammenarbeit. So ist sichergestellt, dass Gesundheitschancen für alle – ohne soziale Bedingung – eröffnet werden und wir gemeinsam in vielen Alltagssituationen Anreize und Angebote platzieren können, die Menschen dazu motivieren, die guten Vorsätze gleich in die Tat umzusetzen.

Gesundheit der OberösterreicherInnen liegt dem PGA am Herzen: Aktivitäten und Schwerpunkte 2008 und 2009

Ergänzend zu seinen bestehenden Projekten setzt der PGA das Herz-Kreislauf-Gesundheitsförderungsprogramm des FGÖ in Oberösterreich vorrangig im sozialen Setting „Gemeinde“ um. Es sind verhaltens- und verhältnispräventive Maßnahmen, sowie die Installation von drei Steuerungsgruppen geplant.

„Vor Ort sollen die umgesetzten Projekte von weit reichenden Kooperationen geprägt sein. Ziele sind: Aufklärung und Information verbunden mit Spaß und die partizipative Gestaltung der Vorschläge“, kündigt PGA Geschäftsführer Heinz Eitenberger an.

Auswahl der Gemeinden

Die Kampagne soll schwerpunktmäßig in den Städten Perg, Wels, Traun und Ansfelden umgesetzt werden. Diese Städte wurden ausgewählt, da sie einen hohen Migrationsanteil in der Bevölkerung verzeichnen und dabei unterschiedlich groß sind.

Stadt Perg:          EinwohnerInnen: 7589
                            Davon ÖsterreicherInnen: 90,6 %,
                            AusländerInnen gesamt: 9,4 %
                           (davon 36 % ehem. Jugoslawien, 37 % Türkei)

Stadt Traun:        EinwohnerInnen: 23904
                            Davon ÖsterreicherInnen: 84,4 %,
                            AusländerInnen gesamt: 15,6 %
                            (davon: 55 % ehem. Jugoslawien, 15 % Türkei)

Stadt Ansfelden:  EinwohnerInnen: 15696
                            Davon ÖsterreicherInnen: 85,9 %,
                            AusländerInnen gesamt: 14,1 %
                            (davon: 40 % ehem. Jugoslawien, 18 % Türkei)

Stadt Wels:          EinwohnerInnen: 58467
                            Davon ÖsterreicherInnen: 83,9 %,
                            AusländerInnen gesamt: 16,1 %
                            (davon: 61,5 % ehem. Jugoslawien, 14,8 % Türkei)

(Quelle: Statistik Austria)

„Wichtig ist, dass über diese offiziellen Statistik-Daten noch weitere eingebürgerte AusländerInnen mit Migrationshintergrund in den oben genannten Städten leben. Dies verstärkt die Wahrnehmung des „hohen“ AusländerInnen-Anteils signifikant“, so Eitenberger.

Aufgaben der Steuerungsgruppen unter Moderation des PGA

Diskussion der bestehenden Angebote rund um Herz-Kreislauf-Erkrankungen (insbesondere für MigrantInnen)

  • Definition von Handlungsbereichen im regionalen und sozialen Setting
  • Planung von Maßnahmen um insbesondere die Zielgruppe der sozial Benachteiligten (u.a. MigrantInnen) zu erreichen
  • Mittragen und begleiten der konkreten Gesundheitsförderungs-Maßnahmen

Mögliche Aktivitäten und Maßnahmen

Die folgenden Maßnahmen sind als Vorschläge zu werten und werden gemeinsam mit den Steuerungsgruppen auf den regionalen Bedarf abgestimmt.

  • Bewegungsaktion „Alles in Bewegung“
  • Bewusstseinsvortrag „Frauenherzen schlagen anders“
  • Haltungs- und Bewegungsschule für LehrerInnen
  • Herz-Kreislauf-Kabarett
  • Abnehmworkshop „Wohlstandsbauch ade“
  • Kochworkshop “… und kochen muss ich auch noch“
  • Kochtreffs „Kulinarische Reise um die Welt“
  • Vorträge „Gemeinsam stressfrei durchs Schuljahr“

Der PGA kann hierbei seine Erfahrungen aus der Arbeit mit den Gesunden Gemeinden einsetzen und seine Vernetzungen zu Gunsten der Kampagne nutzen.

„Die Organisation der Aktivitäten in Oberösterreich übernimmt im PGA Frau Eva Schwarz, Tel. 0699-13 777749, Eva.schwarz@pga.at. Sie ist über den ganzen Projektzeitraum auch Ansprechperson in Detailfragen“, so Eitenberger abschließend.


Gemeinsam Gesund: Die Säulen eines gesunden Lebensstils

Der Fokus der Aktivitäten des Herz-Kreislauf-Gesundheitsprogramms des FGÖ liegt klar auf gesunder Ernährung, Bewegung und seelischer Gesundheit. Aber auch die Risikofaktoren Alkohol und Rauchen werden im Rahmen der Kampagne thematisiert.

Bewegung stärkt das Herz. Als wirksames Mittel für die Herz-Kreislaufgesundheit braucht es gar keine schweißtreibenden, anstrengenden Aktivitäten. Kleine Bewegungseinheiten, in den Alltag eingebaut, wirken viel nachhaltiger als einmalige sportliche Höchstleistungen. Auf 30 Minuten Bewegung sollte man täglich kommen, empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation WHO. Dafür reicht es schon, kurze Wege mit dem Fahrrad zurückzulegen, auf den Fahrstuhl zu verzichten und konsequent Treppen zu steigen oder ausgedehnt spazieren zu gehen.

Ausgewogene Ernährung wirkt gleich auf mehreren Ebenen gesundheitsfördernd: Blutdruck und Cholesterinwerte bleiben im „grünen Bereich“ und Übergewicht hat wenig Chancen. Die Grundregeln sind: Weniger Fleisch, Zucker- und Fetthaltiges, dafür mehr Gemüse, Obst, Getreide- und Milchprodukte. Dieses Rezept zeigt die Ernährungspyramide sehr anschaulich: Mehr von den Lebensmitteln an der Basis der Pyramide, weniger von denen an der Spitze.

[Druckfähige Versionen zum Download auf http://www.fgoe.org/presse-publikationen/presse/fotos-grafiken/infografiken]

Stress und seelische Belastungen können auf Dauer dem Herz schaden. Auf soziale Kontakte und seelisches Wohlbefinden zu achten ist deshalb gut für die Gesundheit. Wer überlastet ist, fordert am besten Hilfe an – vom Vorgesetzten, von Kollegen, Familie, Freunden, Nachbarn, etc. Positiv wirkt sich auch eine ausgleichende Freizeitbeschäftigung aus, idealerweise ein bisschen Bewegung. Problemlösung und Stressbewältigung kann man erlernen!

Suchtverhalten mit großem Risikopotenzial

Alkohol und Nikotin sind erwiesenermaßen Gift fürs Herz. Beide haben aber ein Suchtpotenzial, dass es schwer macht, den Konsum zu reduzieren oder damit aufzuhören. Hier ist professionelle Unterstützung notwendig. Der FGÖ kooperiert deshalb mit dem Rauchertelefon, das schon tausende Aufhörwillige dabei unterstützt hat, mit dem Rauchen aufzuhören. Ob man den Alkoholkonsum im Griff hat oder professionelle Hilfe empfehlenswert wäre ergeben Tests im Internet.


Weitere Informationen:

Kampagnenwebpage www.bummbumm.at und www.gesundesleben.at

Servicestellen und Beratung:

Bei Fragen zum Thema Essen:
Ernährungshotline: 0810 810 227 (Mo-Fr 9-15 Uhr, max. 10 Cent/Minute) oder www.ernaehrungshotline.at 

Rauchertelefon
0810 810 013 (Mo-Fr 13-18 Uhr, max. 10 Cent/Minute)
www.rauchertelefon.at
E-Mail: info@rauchertelefon.at

Alkohol-Selbsttest
www.antonprokschinstitut.at/typo3/home/information/selbsttest.html
oder www.suchtwoche.de/selbstest/

Fit für Österreich – Bring Bewegung in Dein Leben
www.fitfueroesterreich.at

Rückfragehinweise:

PGA Prophylaktische Gesundheitsarbeit

Mag. Sonja Kodelitsch
4020 Linz, Museumstraße 31a
Tel.: 0732-77 120041, E-Mail: kodelitsch@pga.at
www.pga.at

Mag. Johannes Mak
Agentur Ecker und Partner
E-Mail: j.mak@eup.at
Tel.: 01-599 32-36

Mag. Markus Mikl, Leiter Kommunikation Gesundheit Österreich GmbH
Geschäftsbereich Fonds Gesundes Österreich
Tel.: 01-895 04 00-16
E-Mail: markus.mikl@fgoe.org
Homepage: www.fgoe.org

 

Pressekontakt

Unterstützen auch Sie den 26. Oktober 2011 und helfen Sie mit Österreich fit zu machen.
 

Fonds Gesundes Österreich

Mag. Markus Mikl
Fonds Gesundes Österreich
Gesundheit Österreich GmbH
1020 Wien, Aspernbrückengasse 2

Telefon: +43 (0)1 895 04 00
Telefax: +43 (0)1 895 04 00 - 20
E-Mail:  markus.mikl@goeg.at

 


 

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