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Pressemitteilungen

23.01.2009

44,3% der Todesfälle in Steiermark gehen auf das Konto von Herz-Kreislauferkrankungen – Tendenz leicht steigend: Massiver Handlungsbedarf

Gesünderer Lebensstil kann jeden Zweiten retten – Fonds Gesundes Österreich setzt ambitionierte Gesundheitsförderungs-Schwerpunkte in steirischen Gemeinden um.

Das Herz steht im Mittelpunkt: Anlässlich der Präsentation der bundesweiten Kampagne „Mein Herz und Ich. Gemeinsam gesund.“, die das laufende Jahr 2009 ganz in das Zeichen der Herz-Kreislaufgesundheit stellt, legt der Fonds Gesundes Österreich (FGÖ) auch besonderes Augenmerk auf die Gesundheitslage der Steirerinnen und Steirer. Der FGÖ, die nationale Kompetenzstelle für Gesundheitsförderung und Prävention setzt auf eine enge Kooperation mit der Landesregierung und hat die Non Profit Organisation Styria vitalis mit der Umsetzung einer Reihe von konkreten Projekten beauftragt. Denn es besteht Handlungsbedarf: Jeder Todesfall ist einer zu viel – und gerade Herz-Kreislauferkrankungen lassen sich relativ leicht verhindern.

Faktum ist: Krankheiten des Herz-Kreislaufsystems sind österreichweit eines der dringendsten Probleme des Gesundheitswesens. Sie sind nicht nur Ursachen für eine lebenslange Beeinträchtigung der Betroffenen, sondern für 44 Prozent aller Sterbefälle in Österreich verantwortlich und damit Todesursache Nummer 1. In Zahlen starben 2007 knapp 33.000 ÖsterreicherInnen an Herz-Kreislauferkrankungen, gefolgt von bösartigen Krebserkrankungen (rund 19.000 Todesfälle).

 In der Steiermark starben 2007 5.051 Personen an Krankheiten des Herz-Kreislaufsystems, das sind 44,3 % aller Todesfälle. „Damit sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt, Herzschwäche oder Schlaganfall auch in unserem Bundesland die häufigste Todesursache“, stellt Gesundheitslandesrat Mag. Helmut Hirt fest.

Im Bundesländervergleich liegt die Steiermark mit diesen Daten leicht über dem Österreichischen Durchschnitt: Von 100.000 ÖsterreicherInnen sterben im Schnitt jährlich 395,2 an Herz-Kreislauf-Erkrankung, während es in der Steiermark 419,2 sind. (Quelle: Statistik Austria)

Um dem entgegenzuwirken werden im Rahmen des Herz-Kreislaufprogramms „Mein Herz und ich. Gemeinsam gesund.“ landesweit Schwerpunkte gesetzt. Denn die Vorsorge und die Bekämpfung dieser Krankheiten muss oberste Priorität haben.

Gesundheitslandesrat Mag. Helmut Hirt freut sich über die Initiative des FGÖ: „Herz-Kreislauferkrankungen lassen sich relativ leicht verhindern. Das ist den Menschen aber viel zu wenig bewusst. Und hier setzen wir gemeinsam mit dem Fonds Gesundes Österreich im Rahmen der Kampagne „Mein Herz und Ich. Gemeinsam gesund.“ an.“

Denn der beste Schutz ist ein gesunder Lebensstil: Ausgewogen essen, sich regelmäßig bewegen, weniger Stress und so wenig wie möglich Alkohol und Rauchen. Würden die Menschen das beherzigen, könnte Experten zufolge mindestens die Hälfte der Erkrankungen vermieden werden.

„Dieses Wissen ist Ausgangspunkt für eine Kooperation mit der Gesundheitsförderung in der Steiermark. Der starke regionale Partner Styria vitalis wird ab sofort durch maßgeschneiderte Programme in Gemeinden Bewusstsein für die Herz-Kreislaufgesundheit schaffen und die steirische Bevölkerung mit Handlungsanleitungen und Hilfestellungen dazu motivieren, etwas für ihr Herz zu tun“, kündigt Helmut Hirt an.

Die bundesweite Kampagne „Mein Herz und Ich. Gemeinsam gesund.“ des Fonds Gesundes Österreich ergänzt daher sehr gut die in der Steiermark gesetzten regionalen Aktivitäten und Aktionen zur Herz-Kreislaufvorsorge.

Der FGÖ ist aktiv: Gesunder Lebensstil kann Leben retten
Mit seinem Schwerpunktprogramm „Mein Herz und Ich. Gemeinsam gesund.“ setzt der FGÖ nachhaltige Maßnahmen zur Förderung der Herz-Kreislaufgesundheit.

Das Ziel all dieser Aktivitäten: Bewusstsein und konkrete Angebote dafür zu schaffen, dass jeder sich mit kleinen Verhaltensänderungen nach kurzer Zeit besser, vitaler und gesünder fühlen kann.

„Unser Ziel kann es nur sein, dass wir die Menschen für ihre eigene Gesundheit sensibilisieren, indem wir sie dort abholen, wo sie leben, wohnen, arbeiten und spielen“, ist Mag. Christoph Hörhan, Leiter des Fonds Gesundes Österreich überzeugt.

Denn eines ist evident: Schlaganfälle und Herzinfarkte sind vermeidbar! Gerade Bewegung und gesunde Ernährung sind eine relativ einfache und effektive Herzvorsorge.

„Deshalb sind die drei inhaltlichen Säulen der Kampagne „Mein Herz und Ich. Gemeinsam gesund“ Bewegung, gesunde Ernährung und seelische Gesundheit. Die drei Grundsätze der Kampagne lauten: Gefühle statt Wissen, Herz-Kreislaufprogramm statt PR-Kampagnen und Community statt Einzelangebote“, führt Christoph Hörhan aus.

Mit der Kampagne sollen alle in Österreich lebenden Menschen angesprochen werden. Vor allem auch Zielgruppen wie Jugendliche, sozial Benachteiligte und MigrantInnen liegen dem FGÖ sehr am Herzen: „Sie sind über Inhalte und Informationen schwer zu erreichen. Bei ihnen ist eine nachhaltige Lebensstiländerung am ehesten über die Vermittlung von Freude am gesunden Lebensstil möglich.

Im Besonderen zielt die Kampagne auch auf einkommensschwache und bildungsferne Personen ab, die aufgrund eines ungünstigen Lebensstils häufiger erkranken“, erläutert Hörhan. „Das ist gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten, wo mehr und mehr Menschen durch Kurzarbeit oder gar den Verlust des Arbeitsplatzes mit weniger Geld auskommen müssen, von zentraler Bedeutung.“, so Hörhan, der sich über den in Kapfenberg entwickelten Gesundheitsscheck freut.

Die erste Welle der Kampagne sorgt für Aufmerksamkeit und auf der Plattform www.bummbumm.at finden registrierte Mitglieder zudem eine Reihe von Angeboten für ein aktives und gesundes Leben. Die Medienkampagne ist aber nur die sichtbare Spitze des Eisbergs. Denn die Dimensionen und die Vielschichtigkeit des Themas erfordern eine österreichweite Allianz engagierter Partner“, betont Mag. Hörhan.

Im Dienst für die „gesunde Sache“ mit dabei sind Unternehmen wie Intersport, die österreichischen Bäckereien und Molkereien, sowie das Rauchertelefon und die regionalen Vereine im aks austria – Forum Österreichischer Gesundheitsarbeitskreise. In der Steiermark ist der Verein Styria vitalis federführend in der Arbeit mit den Menschen aktiv.

Styria vitalis handelt: Im Mittelpunkt der Kampagne stehen lokale Aktivitäten in den Gemeinden
Styria vitalis steht in der Steiermark seit der Gründung im Jahr 1972 für Gesundheitsförderung und Prävention. Die Kernkompetenz in der Umsetzung liegt dabei in der Prozessbegleitung in Lebenswelten. Styria vitalis berät, unterstützt und begleitet Menschen in Kindergärten, Schulen, Gemeinden und Betrieben. Diese hervorragende Infrastruktur kommt auch der Arbeit im Rahmen der Kampagne „Mein Herz und Ich. Gemeinsam gesund.“ zu Gute und macht Styria vitalis zum idealen Partner für den FGÖ:

„Entsprechend den Prinzipien der Gesundheitsförderung arbeiten wir auch im Rahmen der Kampagne partizipativ mit den GemeindebürgerInnen zusammen. Das sichert den maximalen Effekt unserer Aktivitäten, denn wir geben keine fixen Programmpunkte vor, sondern entwickeln gemeinsam – je nach regionalem Bedarf und Bedürfnissen – Maßnahmen zur Stärkung der Herz-Kreislaufgesundheit“, erklärt Mag. Karin Reis-Klingspiegl, Geschäftsführerin von Styria vitalis, das Konzept.

„Die Herz-Kreislauf-Kampagne des FGÖ und die Gesundheitsziele Steiermark, von denen aktuell „Mit Bewegung und Ernährung die Gesundheit der SteirerInnen verbessern“ verfolgt wird, bearbeiten das Thema „Lebensstil“ von zwei Seiten: nämlich sowohl gesundheits- als auch krankheitsorientiert. Neu ist aber der Fokus: Nicht der/die Einzelne soll von sich aus sein Gesundheitsverhalten verändern, sondern die Verhältnisse in der Gemeinde werden so gestaltet, dass die gesunde Wahl auch die leichtere ist. Da erwarten wir uns Synergien, von denen das Netzwerk der Gesunden Gemeinden profitiert“, erklärt Mag. Karin Reis-Klingspiegl weiter.

 

Konkrete Projekte für 2009 im Überblick

Günstig einkaufen: Gesundheitsscheck in Kapfenberg
Die Kosten von Lebensmitteln und die Höhe von Eintrittspreisen bei Sport- und Bewegungsanbietern haben einen wesentlichen Einfluss auf das Konsum- und Bewegungsverhalten des Einzelnen. In Zusammenarbeit mit VertreterInnen des Lebensmittelhandels sowie Personen aus dem Sport- und Bewegungsbereich wird im Rahmen von „Mein Herz und Ich. Gemeinsam gesund.“ ein Gesundheitsscheck entwickelt, der im Speziellen sozial benachteiligten Menschen den Zugang zu kostengünstigen Sport- und Bewegungsmöglichkeiten sowie zu günstigen aber auch gesunden Lebensmitteln erleichtern soll.

Schwerpunkt für Gesunde Herzen in der Oststeiermark
Das Maßnahmenpaket für die Gemeinden Ilz und Nestelbach in der Oststeiermark umfasst sowohl Informationen als auch konkrete Angebote zur aktiven Stärkung der Herz-Kreislaufgesundheit.

Um bereits Kinder und Jugendliche für das Thema Herz-Kreislauf-gesundheit zu sensibilisieren, wird in Zusammenarbeit mit den Schulen ein Folder gestaltet, der allgemeine Informationen zum Thema Herz-Kreislaufgesundheit sowie eine Aufstellung der im Rahmen der Kampagne stattfindenden Schwerpunkttage zu den Themen Ernährung, Bewegung und psychosoziale Gesundheit enthält.

Ein eigener von den SchülerInnen für alle GemeindebürgerInnen entwickelter Herz-Kreislauf-Pass, mit dem Punkte gesammelt werden können, schafft für die GemeindebürgerInnen einen Anreiz für die Nutzung der Angebote.

Styria vitalis hat noch weitere ambitionierte Ziele: Herzgesunde Angebote werden im Laufe der Kampagne in Kooperation mit den regionalen Betrieben, Vereinen, Schulen, ÄrztInnen und AkteurInnen aus dem Gesundheitsbereich entwickelt und umgesetzt. Damit ist sichergestellt, dass sie den Bedürfnissen der Menschen in den jeweiligen Regionen entsprechen. Beispiele sind Vollwertmenüs in den Gaststätten, gezielte Bewerbung preisgünstiger Angebote regionaler Bioprodukte oder Schnuppereinheiten bei Sportvereinen.

Bewegung beugt vor: Ausbildung von Nordic-Walking Coaches
Um in der Steiermark Strukturen aufzubauen, die das Bewegungsverhalten der SteirerInnen auch über den Kampagnenzeitraum hinaus positiv beeinflussen, werden zwei viertägige Ausbildungslehrgänge für zertifizierte Nordic Walking Coaches durchgeführt, in denen die TeilnehmerInnen lernen, in den Gemeinden Nordic Walking-Gruppen aufzubauen und auch motivierend zu leiten. Ein halbes Jahr nach Ausbildungsende können die ausgebildeten Coaches bei einem Vernetzungstreffen ihre Erfahrungen austauschen sowie bei Einzelcoachings Antworten auf persönliche Fragestellungen wie Probleme in der Führung von Gruppen oder Umgang mit speziellen Zielgruppen bekommen.


Gemeinsam Gesund: Die Säulen eines gesunden Lebensstils

Der Fokus der Aktivitäten des Herz-Kreislaufgesundheitsprogramms des FGÖ liegt klar auf gesunder Ernährung, Bewegung und seelischer Gesundheit. Aber auch die Risikofaktoren Alkohol und Rauchen werden im Rahmen der Kampagne thematisiert.

Bewegung stärkt das Herz. Als wirksames Mittel für die Herz-Kreislaufgesundheit braucht es gar keine schweißtreibenden, anstrengenden Aktivitäten. Kleine Bewegungseinheiten, in den Alltag eingebaut, wirken viel nachhaltiger als einmalige sportliche Höchstleistungen. Auf 30 Minuten Bewegung sollte man täglich kommen, empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation WHO. Dafür reicht es schon, kurze Wege mit dem Fahrrad zurückzulegen, auf den Fahrstuhl zu verzichten und konsequent Treppen zu steigen oder ausgedehnt spazieren zu gehen.

Ausgewogene Ernährung wirkt gleich auf mehreren Ebenen gesundheitsfördernd: Blutdruck und Cholesterinwerte bleiben im „grünen Bereich“ und Übergewicht hat wenig Chancen. Die Grundregeln sind: Weniger Fleisch, Zucker- und Fetthaltiges, dafür mehr Gemüse, Obst, Getreide- und Milchprodukte. Dieses Rezept zeigt die Ernährungspyramide sehr anschaulich: Mehr von den Lebensmitteln an der Basis der Pyramide, weniger von denen an der Spitze.

[Druckfähige Versionen zum Download auf http://www.fgoe.org/presse-publikationen/presse/fotos-grafiken/infografiken]

Stress und seelische Belastungen können auf Dauer dem Herz schaden. Auf soziale Kontakte und seelisches Wohlbefinden zu achten ist deshalb gut für die Gesundheit. Wer überlastet ist, fordert am besten Hilfe an – vom Vorgesetzten, von Kollegen, Familie, Freunden, Nachbarn, etc. Positiv wirkt sich auch eine ausgleichende Freizeitbeschäftigung aus, idealerweise ein bisschen Bewegung. Problemlösung und Stressbewältigung kann man erlernen!

Suchtverhalten mit großem Risikopotenzial

Alkohol und Nikotin sind erwiesenermaßen Gift fürs Herz. Beide haben aber ein Suchtpotenzial, dass es schwer macht, den Konsum zu reduzieren oder damit aufzuhören. Hier ist professionelle Unterstützung notwendig. Der FGÖ kooperiert deshalb mit dem Rauchertelefon, das schon tausende Aufhörwillige dabei unterstützt hat, mit dem Rauchen aufzuhören. Ob man den Alkoholkonsum im Griff hat oder professionelle Hilfe empfehlenswert wäre ergeben Tests im Internet.

Weitere Informationen:
Kampagnenwebpage www.bummbumm.at und www.gesundesleben.at


Servicestellen und Beratung:

Bei Fragen zum Thema Essen:
Ernährungshotline: 0810 810 227 (Mo-Fr 9-15 Uhr, max. 10 Cent/Minute) oder www.ernaehrungshotline.at 

Rauchertelefon
0810 810 013 (Mo-Fr 13-18 Uhr, max. 10 Cent/Minute) oder www.rauchertelefon.at, E-Mail: info@rauchertelefon.at

Alkohol-Selbsttest
www.antonprokschinstitut.at/typo3/home/information/selbsttest.html oder www.suchtwoche.de/selbstest/

Fit für Österreich – Bring Bewegung in Dein Leben
www.fitfueroesterreich.at


Rückfragehinweise:

Öffentlichkeitsarbeit Styria vitalis
Mag. Sigrid Schröpfer
Marburger Kai 51/2, 8010 Graz
Tel.: 0316 / 82 20 94-17
E-Mail: sigrid.schroepfer@styriavitalis.at
www.styriavitalis.at

Mag. Johannes Mak
Agentur Ecker und Partner
E-Mail: j.mak@eup.at
Tel.: 01-599 32-36

Mag. Markus Mikl, Leiter Kommunikation Gesundheit Österreich GmbH
Geschäftsbereich Fonds Gesundes Österreich
Tel.: 01-895 04 00-16
E-Mail: markus.mikl@fgoe.org, Homepage: www.fgoe.org

Pressekontakt

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Fonds Gesundes Österreich

Mag. Markus Mikl
Fonds Gesundes Österreich
Gesundheit Österreich GmbH
1020 Wien, Aspernbrückengasse 2

Telefon: +43 (0)1 895 04 00
Telefax: +43 (0)1 895 04 00 - 20
E-Mail:  markus.mikl@goeg.at

 


 

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