18.11.2008
Herz-Kreislauferkrankungen: Burgenland über Österreich-Schnitt
Lebensstiländerung kann jeden Zweiten retten – PGA setzt Schwerpunkte in burgenländischen Gemeinden
Anlässlich der Präsentation der bundesweiten Kampagne „Mein Herz und Ich. Gemeinsam gesund.“, die die nächsten beiden Jahre ganz in das Zeichen der Herz-Kreislaufgesundheit stellt, widmet sich der Fonds Gesundes Österreich (FGÖ), die nationale Kompetenzstelle für Gesundheitsförderung und Prävention, auch der Gesundheitslage der BurgenländerInnen. Mit tatkräftiger Unterstützung von Gesundheitslandesrat Dr. Peter Rezar und gemeinsam mit dem PGA Verein für prophylaktische Gesundheitsarbeit – setzt der FGÖ ab sofort eine Reihe von konkreten Projekten im Burgenland um.
Faktum ist: Krankheiten des Herz-Kreislaufsystems sind österreichweit eines der dringendsten Probleme des Gesundheitswesens. Sie sind nicht nur Ursachen für eine lebenslange Beeinträchtigung der Betroffenen, sondern für 44 Prozent aller Sterbefälle in Österreich verantwortlich und damit Todesursache Nummer 1. In Zahlen starben 2007 knapp 33.000 ÖsterreicherInnen an Herz-Kreislauferkrankungen, gefolgt von bösartigen Krebserkrankungen (rund 19.000 Todesfälle).
Dabei lassen sich Herz-Kreislauferkrankungen relativ leicht verhindern: Der beste Schutz ist ein gesunder Lebensstil: Ausgewogen essen, sich regelmäßig bewegen, weniger Stress und so wenig wie möglich Alkohol und Rauchen. Würden die Menschen das beherzigen, könnte Experten zufolge mindestens die Hälfte der Herz-Kreislauferkrankungen vermieden werden.
Dieses Wissen ist Ausgangspunkt für eine Intensivierung der Gesundheitsförderung im Burgenland. Gemeinsam mit dem starken regionalen Partner PGA wird ab sofort durch maßgeschneiderte Programme Bewusstsein für die Herz-Kreislaufgesundheit geschaffen und die burgenländische Bevölkerung mit Handlungsanleitungen und Hilfestellungen dazu motiviert, etwas für ihr Herz zu tun.
Wichtige Gesundheitsinitiative für die BurgenländerInnen
Die Kampagne „Mein Herz und Ich. Gemeinsam gesund.“ ist gerade für das Burgenland sehr wichtig! Gesundheitslandesrat Dr. Peter Rezar: „Im Burgenland sind Herz-Kreislauferkrankungen Todesursache Nummer Eins und in zahlreichen Fällen auch Ursache für verminderte Lebensqualität. So waren 2007 Herz-Kreislauferkrankungen für 1.355 oder 44,6% aller BurgenländerInnen die Todesursache, davon waren 57,4% Frauen und 42,6% Männer.“
Im Bundesländervergleich liegt das Burgenland mit diesen Daten deutlich über dem Durchschnitt: Von 100.000 ÖsterreicherInnen sterben im Schnitt jährlich 395,2 an Herz-Kreislauferkrankungen, während es im Burgenland 482,8 pro 100.000 EinwohnerInnen sind.
Kooperation mit burgenländischen Vorsorgeprojekten
Durch viele Präventionsprogramme konnten die BurgenländerInnen jedoch bereits für das Thema Vorsorge sensibilisiert werden. So liegt das Burgenland bei der Vorsorgeuntersuchung in einem Bundesländervergleich an der Spitze: Österreichweit machen 12,2% der über 18 Jährigen eine Vorsorgeuntersuchung, im Burgenland sind es 18,9%.
Die Herz-Kreislaufkampagne des Fonds Gesundes Österreich soll über zwei etablierte und den Menschen bekannte Settings transportiert werden: Das „Gesunde Dorf“ und die Betriebliche Gesundheitsförderung. Dr. Peter Rezar: „Die BurgenländerInnen sollen beim Thema Vorsorge an jenen Orten erreicht werden, wo sie die meiste Zeit verbringen. Das ist der Arbeitsplatz und der Ort, an dem sie leben und wohnen – die Gemeinde.“
Kleine Lebensstiländerungen mit großer Wirkung für die Gesundheit – ganz im Sinne der FGÖ-Initiative
Mit seinem Schwerpunktprogramm „Mein Herz und Ich. Gemeinsam gesund.“ setzt der FGÖ nachhaltige Maßnahmen zur Förderung der Herz-Kreislaufgesundheit. Das Ziel: Österreichweit Bewusstsein dafür zu schaffen, dass jeder sich mit kleinen Verhaltensänderungen nach kurzer Zeit besser, vitaler und gesünder fühlen kann.
„Zielgruppen wie Jugendliche und sozial Benachteiligte liegen mir sehr am Herzen: Sie sind über Inhalte und Informationen schwer zu erreichen. Bei ihnen ist eine nachhaltige Lebensstiländerung am ehesten über die Vermittlung von Spaß und Freude möglich“, weiß Mag. Christoph Hörhan.
„Deshalb zielt die Kampagne – einfach und anschaulich umgesetzt – darauf ab, Lust auf gesunde Ernährung zu machen, Freude an der Bewegung zu vermitteln und die positiven Effekte von seelischem Wohlbefinden zu zeigen“, erklärt Mag. Christoph Hörhan, Leiter des FGÖ. Auf der Plattform www.bummbumm.at finden registrierte Mitglieder zudem eine Reihe von Angeboten für ein aktives und gesundes Leben.
Im Vorfeld der Kampagne entwickelte der FGÖ ein Grundlagenkonzept zu Interventionen der Herz-Kreislauf-Gesundheit in Österreich – es stellt die Aufgaben und internationalen Erfahrungen zur Thematik dar. Die Ergebnisse mehrer internationaler, wissenschaftlich begleiteter Programme zur Herz-Kreislauf-Gesundheit, sowie deren Stärken und Schwächen wurden einander gegenübergestellt und daraus die Strategie und die Schwerpunkte der Kampagne „Mein Herz und Ich. Gemeinsam gesund.“ für Österreich entwickelt.
„Die begleitende Medienkampagne ist nur die sichtbare Spitze des Eisbergs. Die Dimensionen und die Vielschichtigkeit des Themas erfordern eine österreichweite Allianz engagierter Partner“, betont Mag. Hörhan und freut sich, dass Unternehmen, Vereine und Institutionen sich in den Dienst der gesunden Sache stellen.
Mit dabei sind unter anderem BILLA, Intersport, die österreichischen Bäckereien und Molkereien, sowie das Rauchertelefon und die regionalen Vereine im Arbeitskreis für Sozialmedizin.
Im Mittelpunkt der Kampagne stehen lokale Aktivitäten
Eines der Herzstücke der FGÖ-Initiative sind die regionalen Gesundheitsförderungs-Aktionen des AKS Austria mit ihren starken und schlagkräftigen regionalen Vereinsstrukturen, wie dem PGA in Burgenland.
„Unsere regionalen Partner kennen die besten Mittel und Wege, um die Menschen dort zu erreichen, wo sie lernen, arbeiten und leben. Das sich auch die Burgenländische Landesregierung in den Dienst der gesunden Sache stellt gibt der Gesundheitsbewegung noch zusätzliche Kraft“, freut sich Christoph Hörhan über die Zusammenarbeit. So ist sichergestellt, dass Gesundheitschancen für alle – ohne soziale Bedingung – eröffnet werden und wir gemeinsam in vielen Alltagssituationen Anreize und Angebote platzieren können, die Menschen dazu motivieren, die guten Vorsätze gleich in die Tat umzusetzen.
Gesundheit der BurgenländerInnen liegt dem PGA am Herzen: Aktivitäten und Schwerpunkte 2008 und 2009
Ergänzend zu seinen bestehenden Projekten setzt der PGA das Herz-Kreislauf-Gesundheitsförderungsprogramm des FGÖ im Burgenland (ebenso wie auch in Oberösterreich) vorrangig im sozialen Setting „Gemeinde“ um. Es sind verhaltens- und verhältnispräventive Maßnahmen, sowie die Installation von drei Steuerungsgruppen zur Abstimmung und Initiierung von gezielten Herz-Kreislauf-Aktionen, und eine enge Kooperation mit dem Herzverein Burgenland geplant.
„Vor Ort sollen die umgesetzten Projekte von weit reichenden Kooperationen geprägt sein. Ziele sind: Aufklärung und Information verbunden mit Spaß und die partizipative Gestaltung der Vorschläge“, kündigt PGA Geschäftsführer Heinz Eitenberger an.
Auf Grund der Tatsache, dass der Bezirk Jennersdorf im Süden des Burgenlandes massiv unter der psychischen als auch physischen Belastung der teilweise fast unzumutbaren Pendlerbelastung steht, wird die Herz-Kreislaufkampagne in diesem Bezirk umgesetzt werden. Um in ihrer Heimat zu wohnen, nehmen Tagespendler bis zu vier Stunden Busfahrt täglich in Kauf. Andere wiederum pendeln – meist ebenso lange – mit dem eigenen Auto täglich aus bis zu 160 Kilometer entfernten Orten nach Wien. Auch um vom Bezirk Jennersdorf in die Landeshauptstadt Eisenstadt zu kommen, beträgt die Fahrzeit mit dem Auto mehr als zwei Stunden. Öffentlich zu fahren käme einem Tagesausflug gleich.
Dies bedeutet eine große Belastung für die PendlerInnen als auch für das Familienleben, das während der Woche kaum stattfinden kann. Eine doppelte Belastung auch für die Frauen und Männer, die den größten Teil der Erziehung, Hauswirtschaft u.ä. alleine meistern müssen. Die EinwohnerInnen sind mehr oder weniger dazu gezwungen, diese Anstrengung auf sich zu nehmen, da es im Umfeld wenige adäquate Arbeitsplätze gibt.
Gründung einer Steuerungsgruppe
Als wesentliche Maßnahme soll eine Steuerungsgruppe gebildet werden, welche über die möglichen angebotenen Aktionen entscheidet, sprich wie und ob diese nach den individuellen Bedürfnissen in vier Dörfern im Bezirk Jennersdorf umgesetzt werden können. Besondere Bedeutung kommt hier den Betroffenen selbst zu – folgende Mitglieder könnten in die Steuerungsgruppe integriert werden im Sinne der Partizipation in den settingorientieren Maßnahmen:
Aufgaben der Steuerungsgruppe unter Moderation des PGA
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Diskussion der bestehenden Angebote rund um Herz-Kreislauf-Erkrankungen (insbesondere für PendlerInnen und Angehörige)
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Definition von Handlungsbereichen im regionalen und sozialen Setting
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Planung von Maßnahmen um insbesondere die Zielgruppe der PendlerInnen und Angehörigen zu erreichen
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Mittragen und begleiten der konkreten Gesundheitsförderungs-Maßnahmen
Mögliche Aktivitäten und Maßnahmen
Die folgenden Maßnahmen sind als Vorschläge zu werten und werden gemeinsam mit den Steuerungsgruppen auf den regionalen Bedarf abgestimmt.
- Aktionswoche „MEINE Bewegung“ im Rahmen des PendlerInnenverkehrs
- Bewusstseinsvortrag „Frauenherzen schlagen anders“
- „Kennenlernen von Entspannungstechniken“
- Ernährungswokshop „Für Hirn und Herz“
- „Gemeinsam stressfrei durchs Schuljahr“
- Vortrag und Diskussion „Was brennt uns wirklich aus“
- Herz-Kreislauf-Kabarett
„Die Organisation der Aktivitäten im Burgenland übernimmt im PGA Frau Christina Lehmann, Christina.Lehmann@pga.at. Sie ist über den ganzen Projektzeitraum auch Ansprechperson in Detailfragen“, so Eitenberger abschließend.