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Pressemitteilungen

25.11.2008

Herz-Kreislauferkrankungen für 42,5% der Todesfälle in Kärnten verantwortlich: Tendenz leicht steigend

Lebensstiländerung kann jeden Zweiten retten – Vorsorge-Schwerpunkte in Kärntner Gemeinden: Modellprojekt im Bezirk Feldkirchen

 

Das Herz steht im Mittelpunkt: Anlässlich der Präsentation der bundesweiten Kampagne „Mein Herz und Ich. Gemeinsam gesund.“, die die nächsten beiden Jahre ganz in das Zeichen der Herz-Kreislaufgesundheit stellt, widmet sich der Fonds Gesundes Österreich (FGÖ) auch der Gesundheitslage der Kärntnerinnen und Kärntner. Der FGÖ, die nationale Kompetenzstelle für Gesundheitsförderung und Prävention setzt in Kooperation mit der Landesregierung ab sofort eine Reihe von konkreten Projekten in Kärnten um und hat dazu den Verein „Gesundheitsland Kärnten“ beauftragt. Denn es besteht Handlungsbedarf: Jeder Todesfall ist einer zu viel – und gerade Herz-Kreislauferkrankungen lassen sich relativ leicht verhindern.

Faktum ist: Krankheiten des Herz-Kreislaufsystems sind österreichweit eines der dringendsten Probleme des Gesundheitswesens. Sie sind nicht nur Ursachen für eine lebenslange Beeinträchtigung der Betroffenen, sondern für 44 Prozent aller Sterbefälle in Österreich verantwortlich und damit Todesursache Nummer 1. In Zahlen starben 2007 knapp 33.000 ÖsterreicherInnen an Herz-Kreislauferkrankungen, gefolgt von bösartigen Krebserkrankungen (rund 19.000 Todesfälle).

Was den Menschen viel zu wenig bewusst ist:
Herz-Kreislauferkrankungen lassen sich relativ leicht verhindern. Der beste Schutz ist ein gesunder Lebensstil: Ausgewogen essen, sich regelmäßig bewegen, weniger Stress und so wenig wie möglich Alkohol und Rauchen. Würden die Menschen das beherzigen, könnte Experten zufolge mindestens die Hälfte der Erkrankungen vermieden werden.

Dieses Wissen ist Ausgangspunkt für eine Intensivierung der Gesundheitsförderung in Kärnten. Gemeinsam mit dem starken regionalen Partner „Gesundheitsland Kärnten“ wird ab sofort durch maßgeschneiderte Programme Bewusstsein für die Herz-Kreislauf­gesundheit geschaffen und Kärntens Bevölkerung mit Handlungsan­leitungen und Hilfestellungen dazu motiviert, etwas für ihr Herz zu tun.

„2007 starben 2.257 Kärntnerinnen und Kärntner an Krankheiten des Herz-Kreislaufsystems, das sind 42,5 % aller Todesfälle – damit sind Herz-Kreislauferkrankungen die häufigste Todesursache in Kärnten“, stellt Gesundheitsreferent LR Dr. Peter Kaiser die alarmierenden Zahlen vor.

Zudem sind in Kärnten rund 20% aller vermeidbaren Todesfälle, also jene der unter 65-jährigen, ebenfalls auf Herz-Kreislauferkrankungen zurückzuführen – das waren im Jahr 2007 165 Personen. „Weiters gibt es innerhalb der Kärntner Bezirke große Unterschiede bei der Anzahl der Todesfälle. In den Bezirken Klagenfurt-Land und Völkermarkt ist die Anzahl der Todesfälle sowohl bei Frauen als auch bei Männern zum Beispiel 6x höher als im Bezirk Hermagor. Mit Modellprojekten wird hier gezielt gegengesteuert“, berichtet Kaiser.

„Wir sind jetzt schon daran, mit dem Verein „Gesundheitsland Kärnten“ und der Initiative „Gesunde Gemeinde“ die Gesundheitsförderung in Kärnten insgesamt voran zu treiben. Projekte wie Schritt mach Fit, Kärntner Bündnis gegen Depression und viele mehr laufen bestens, dennoch wollen wir gemeinsam mit dem FGÖ speziell für die Herz-Kreislaufgesundheit noch mehr tun“, kündigt Landesrat Kaiser an.

Die bundesweite Kampagne „Mein Herz und Ich. Gemeinsam gesund.“ des Fonds Gesundes Österreich ergänzt daher sehr gut die im Kärnten gesetzten regionalen Aktivitäten und Aktionen zur Herz-Kreislaufvorsorge.

Der FGÖ ist aktiv: Kleine Lebensstiländerungen können Leben retten

Mit seinem Schwerpunktprogramm „Mein Herz und Ich. Gemeinsam gesund.“ setzt der FGÖ nachhaltige Maßnahmen zur Förderung der Herz-Kreislaufgesundheit. Das Ziel: Österreichweit Bewusstsein dafür zu schaffen, dass jeder sich mit kleinen Verhaltensänderungen nach kurzer Zeit besser, vitaler und gesünder fühlen kann.

„Unser Ziel kann es nur sein, dass wir die Menschen für ihre eigene Gesundheit sensibilisieren, indem wir sie dort abholen, wo sie leben, wohnen, arbeiten und spielen“, ist Mag. Christoph Hörhan, Leiter des Fonds Gesundes Österreich überzeugt.

Denn eines ist evident: Schlaganfälle und Herzinfarkte sind vermeidbar! Gerade Bewegung und gesunde Ernährung sind eine relativ einfache und effektive Herzvorsorge. Das bedeutet für das tägliche Leben: Wenn jeder ausgewogen isst, sich regelmäßig bewegt, weniger Stress hat und so wenig wie möglich Alkohol trinkt und raucht, könnte mindestens die Hälfte der Herz-Kreislauferkrankungen vermieden werden.

Die drei Grundsätze der Kampagne lauten: Gefühle statt Wissen, Herz-Kreislaufprogramm statt PR-Kampagnen und Community statt Einzelangebote. Die drei inhaltlichen Säulen der Kampagne sind gesunde Ernährung, Bewegung und seelische Gesundheit.

„Mit der Kampagne sollen alle in Österreich lebenden Menschen angesprochen werden. Im Besonderen zielt die Kampagne auf einkommensschwache und bildungsferne Personen ab, da bei ihnen die gesundheitsschädigenden Verhaltensmuster besonders stark ausgeprägt sind“, erläutert Hörhan.

„Besonderes Augenmerk legen wir auch auf die Mobilisierung von Kindern und Jugendlichen, da in diesem Alter die Verhaltensmuster für das gesamte Leben erlernt und geprägt werden“, so Hörhan weiter.

Vor allem auch Zielgruppen wie Jugendliche, sozial Benachteiligte und MigrantInnen liegen dem FGÖ sehr am Herzen: „Sie sind über Inhalte und Informationen schwer zu erreichen. Bei ihnen ist eine nachhaltige Lebensstiländerung am ehesten über die Vermittlung von Spaß und Freude möglich“, weiß Hörhan.

Deshalb zielt die Kampagne – einfach und anschaulich umgesetzt – darauf ab, Lust auf gesunde Ernährung zu machen, Freude an der Bewegung zu vermitteln und die positiven Effekte von seelischem Wohlbefinden zu zeigen. Auf der Plattform www.bummbumm.at finden registrierte Mitglieder zudem eine Reihe von Angeboten für ein aktives und gesundes Leben.

„Die begleitende Medienkampagne ist nur die sichtbare Spitze des Eisbergs. Die Dimensionen und die Vielschichtigkeit des Themas erfordern eine österreichweite Allianz engagierter Partner“, betont Mag. Hörhan und freut sich, dass Unternehmen, Vereine und Institutionen sich in den Dienst der gesunden Sache stellen.

Mit dabei sind unter anderem BILLA, Intersport, die österreichischen Bäckereien und Molkereien, sowie das Rauchertelefon und die regionalen Vereine im Arbeitskreis für Sozialmedizin.

Im Mittelpunkt der Kampagne stehen lokale Aktivitäten

Eines der Herzstücke der FGÖ-Initiative sind die regionalen Gesundheitsförderungs-Aktionen des AKS Austria mit ihren starken und schlagkräftigen regionalen Vereinsstrukturen, wie dem Verein „Gesundheitsland Kärnten“.

„Unsere regionalen Partner kennen die besten Mittel und Wege, um die Menschen dort zu erreichen, wo sie lernen, arbeiten und leben. Dass sich auch die Kärntner Landesregierung in den Dienst der gesunden Sache stellt, gibt der Gesundheitsbewegung noch zusätzliche Kraft“, freut sich Christoph Hörhan über die Zusammenarbeit. So ist sichergestellt, dass Gesundheitschancen für alle – ohne soziale Bedingung – eröffnet werden und wir gemeinsam in vielen Alltagssituationen Anreize und Angebote platzieren können, die Menschen dazu motivieren, die guten Vorsätze gleich in die Tat umzusetzen.  

„Mit den mittlerweile 78 „Gesunden Gemeinden“ in Kärnten haben wir ein gut funktionierendes Netz für die Gesundheitsvorsorge im Land zur Verfügung. Damit gibt es die besten Voraussetzungen für die Realisierung unseres gemeinsamen Herz-Kreislaufprojektes“, erklärt Franz Wutte, Geschäftsführer Verein „Gesundheitsland Kärnten“.

Kampagne „Mein Herz und Ich. Gemeinsam gesund.“ – Vorreiter-Projekte bei den Menschen in den Regionen:

Effektive Prävention von Herz-Kreislauferkrankungen erfordert eine Veränderung des Lebensstils in Hinblick auf die bekannten Risikofaktoren für kardiovaskuläre Erkrankungen – „ungesunde“ Ernährung, zu wenig Bewegung, Rauchen, Stress. Diese Lebensstiländerungen sollen über die nächsten 1,5 Jahre im Bezirk Feldkirchen in den Gemeinden St. Urban, Glanegg und Feldkirchen, sowohl auf der Verhaltens- als auch auf der Verhältnisebene umgesetzt werden.

In „Gesunde Gemeinde“-Arbeitskreissitzungen werden BürgerInnen auf die Bedürfnisse in ihrer Region sensibilisiert, um Veränderungsstrategien auf Basis ihrer persönlichen Erfahrungen mitzuentwickeln. Zudem können sie aus bestehenden Herz-Kreislauf-Gesundheits-Modulen wie z.B. „Gesund Kochen um 2,50 Euro“, „Genusswerkstatt“ usw. auswählen. Die Module sprechen die definierten Zielgruppen wie Frauen, Männer, Kinder und sozial Benachteiligte an und sollen die Themen Ernährung, Bewegung, seelische Gesundheit sowie Alkohol- und Rauchprävention erlebbar machen.

„Da der Verein „Gesundheitsland Kärnten“ um eine ausgewogene Verteilung der großen Gesundheitsförderungsprojekte bemüht ist, wird bei dieser Kampagne der Bezirk Feldkirchen berücksichtigt. Die einzelnen angebotenen Module des Vereins stehen natürlich allen „Gesunden Gemeinden“ zur Verfügung“, so Kaiser.


Gemeinsam Gesund: Die Säulen eines gesunden Lebensstils

Der Fokus der Aktivitäten des Herz-Kreislaufgesundheitsprogramms des FGÖ liegt klar auf gesunder Ernährung, Bewegung und seelischer Gesundheit. Aber auch die Risikofaktoren Alkohol und Rauchen werden im Rahmen der Kampagne thematisiert.

Bewegung stärkt das Herz. Als wirksames Mittel für die Herz-Kreislaufgesundheit braucht es gar keine schweißtreibenden, anstrengenden Aktivitäten. Kleine Bewegungseinheiten, in den Alltag eingebaut, wirken viel nachhaltiger als einmalige sportliche Höchstleistungen. Auf 30 Minuten Bewegung sollte man täglich kommen, empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation WHO. Dafür reicht es schon, kurze Wege mit dem Fahrrad zurückzulegen, auf den Fahrstuhl zu verzichten und konsequent Treppen zu steigen oder ausgedehnt spazieren zu gehen.

Ausgewogene Ernährung wirkt gleich auf mehreren Ebenen gesundheitsfördernd: Blutdruck und Cholesterinwerte bleiben im „grünen Bereich“ und Übergewicht hat wenig Chancen. Die Grundregeln sind: Weniger Fleisch, Zucker- und Fetthaltiges, dafür mehr Gemüse, Obst, Getreide- und Milchprodukte. Dieses Rezept zeigt die Ernährungspyramide sehr anschaulich: Mehr von den Lebensmitteln an der Basis der Pyramide, weniger von denen an der Spitze.

[Druckfähige Versionen zum Download auf http://www.fgoe.org/presse-publikationen/presse/fotos-grafiken/infografiken]

Stress und seelische Belastungen können auf Dauer dem Herz schaden. Auf soziale Kontakte und seelisches Wohlbefinden zu achten ist deshalb gut für die Gesundheit. Wer überlastet ist, fordert am besten Hilfe an – vom Vorgesetzten, von Kollegen, Familie, Freunden, Nachbarn, etc. Positiv wirkt sich auch eine ausgleichende Freizeitbeschäftigung aus, idealerweise ein bisschen Bewegung. Problemlösung und Stressbewältigung kann man erlernen!

Suchtverhalten mit großem Risikopotenzial

Alkohol und Nikotin sind erwiesenermaßen Gift fürs Herz. Beide haben aber ein Suchtpotenzial, dass es schwer macht, den Konsum zu reduzieren oder damit aufzuhören. Hier ist professionelle Unterstützung notwendig. Der FGÖ kooperiert deshalb mit dem Rauchertelefon, das schon tausende Aufhörwillige dabei unterstützt hat, mit dem Rauchen aufzuhören. Ob man den Alkoholkonsum im Griff hat oder professionelle Hilfe empfehlenswert wäre ergeben Tests im Internet.

Weitere Informationen:
Kampagnenwebpage www.bummbumm.at und www.gesundesleben.at


Servicestellen und Beratung:

Bei Fragen zum Thema Essen:
Ernährungshotline: 0810 810 227 (Mo-Fr 9-15 Uhr, max. 10 Cent/Minute) oder www.ernaehrungshotline.at 

Rauchertelefon
0810 810 013 (Mo-Fr 13-18 Uhr, max. 10 Cent/Minute) oder www.rauchertelefon.at, E-Mail: info@rauchertelefon.at

Alkohol-Selbsttest
www.antonprokschinstitut.at/typo3/home/information/selbsttest.html oder www.suchtwoche.de/selbstest/

Fit für Österreich – Bring Bewegung in Dein Leben
www.fitfueroesterreich.at


Rückfragehinweise:

Öffentlichkeitsarbeit Verein „Gesundheitsland Kärnten"
Mag. Gerd A. Kurath
9020 Klagenfurt, Hasnerstraße 8
Tel.: 050 536/31 277, Fax: 050 536/31 290
www.gesundheitsland.at

Mag. Johannes Mak
Agentur Ecker und Partner
E-Mail: j.mak@eup.at
Tel.: 01-599 32-36

Mag. Markus Mikl, Leiter Kommunikation Gesundheit Österreich GmbH
Geschäftsbereich Fonds Gesundes Österreich
Tel.: 01-895 04 00-16
E-Mail: markus.mikl@fgoe.org, Homepage: www.fgoe.org

Pressekontakt

Unterstützen auch Sie den 26. Oktober 2011 und helfen Sie mit Österreich fit zu machen.
 

Fonds Gesundes Österreich

Mag. Markus Mikl
Fonds Gesundes Österreich
Gesundheit Österreich GmbH
1020 Wien, Aspernbrückengasse 2

Telefon: +43 (0)1 895 04 00
Telefax: +43 (0)1 895 04 00 - 20
E-Mail:  markus.mikl@goeg.at

 


 

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